Schmerzensgeld und Schadensersatz

Klage in einem Zivilprozess

Möchten Sie unabhängig vom Strafprozess, in dem es um die Ahndung der Straftat des Täters durch den Staat als Ankläger geht, auch einen Schmerzensgeld- oder Schadensersatzanspruch gegenüber dem Täter geltend machen, können Sie dafür die zivilen Gerichte – je nach Anspruchshöhe das Amts- oder Landgericht – bemühen.

Im Zivilverfahren treten Sie selbst als Kläger oder Klägerin auf. Sie müssen die Anspruchsvoraussetzungen, also insbesondere die Folgen der Tat, auf denen sich Ihr Schmerzensgeld- oder Schadensersatzanspruch gründet, darlegen und beweisen. Sinnvoll ist es dafür, Atteste und Belege vom behandelnden Arzt zu sammeln – sie dienen im Zivilprozess als Beweis.

Wenn Sie vor Gericht mit Ihrem Anliegen vollumfänglich durchdringen, werden die Kosten Ihrem Gegner auferlegt, so dass Sie die von Ihnen vorgestreckten Anwalts- und Gerichtskosten bei ihm eintreiben können.

Adhäsionsverfahren

Grundsätzlich ist es auch möglich, dass Sie Ihren vermögensrechtlichen Anspruch bereits im Strafverfahren geltend machen. Dafür sieht die Strafprozessordnung das sogenannte Adhäsionsverfahren vor. In diesem Verfahren können Opfer oder deren Erben ihren Anspruch im Strafverfahren geltend machen, wenn der Täter zur Tatzeit mindestens 18 Jahre alt war.

Ob Sie einen Anspruch auf Schmerzensgeld oder Schadensersatz haben, wenn ja, in welcher Höhe, und welches Vorgehen für Sie sinnvoll ist, können wir gerne in einem Beratungsgespräch ausführlich erörtern.

Verjährung von Ansprüchen

Der vermögensrechtliche Anspruch, der auf der vorsätzlichen Verletzung des Lebens, des Körpers, der Gesundheit, der Freiheit oder der sexuellen Selbstbestimmung beruht, verjährt in 30 Jahren. Die Verjährungsfrist beginnt mit Begehung der Handlung.

Ergibt sich der Anspruch aus einer fahrlässig begangen Tat, unterliegt er der regelmäßigen Verjährung, namentlich drei Jahre ab dem Schluss des Jahres, in dem der Anspruch entstanden ist.

Sobald Sie einen rechtskräftigen Titel erlangt haben, können Sie diesen 30 Jahre lang gegenüber dem Täter vollstrecken.

Täter-Opfer-Ausgleich

Die Zahlung eines Schmerzensgeldes oder Schadensersatz ist zudem möglich im Rahmen des Täter-Opfer-Ausgleichs.

Grundgedanke des Täter-Opfer-Ausgleichs ist vor allem, zwischen Täter und Opfer ein Gespräch zur Aufarbeitung der Tat anzuregen. Dem Täter sollen die Folgen seines Handelns bewusst gemacht werden – er soll Verantwortung für seine Tat übernehmen –, während es für das Opfer um Schadenskompensation geht. Dabei soll eine Vereinbarung der Art und Höhe der Wiedergutmachung getroffen werden.

Vorteil ist auf Opferseite, dass es seine Ansprüche nicht zivilrechtlich geltend machen muss (aber kann), während der Täter-Opfer-Ausgleich für den Täter strafmildernd wirkt. Ob man eine solche Vereinbarung eingeht, ist von beiden Seiten eine freiwillige Entscheidung.

Wir beraten Sie gerne über diese Möglichkeit und darüber, ob der Täter-Opfer-Ausgleich für Ihren konkreten Einzelfall Sinn macht.