Die Opferentschädigung

Opferentschädigungsgesetz

Sind Sie durch einen tätlichen Angriff, also bei einer vorsätzlichen und widerrechtlichen Tat zu Ihrem Nachteil, gesundheitlich (körperlich oder psychisch) beeinträchtigt, können Sie nach dem Opferentschädigungsgesetz (OEG) auf Antrag Heilbehandlungs-, Renten- und Fürsorgeleistungen erhalten. Voraussetzung für einen Anspruch ist, dass eine Person durch einen vorsätzlich begangenen rechtswidrigen Angriff oder bei dessen rechtmäßiger Abwehr eine gesundheitliche Schädigung erlitten hat. Es ist nicht erforderlich, dass der Täter für die Tat verurteilt wurde, daher haben auch Opfer häuslicher Gewalt/ häuslichen Missbrauchs einen Anspruch nach dem OEG, unter Umständen selbst wenn sie die Tat nie zur Anzeige gebracht haben.

Die Schädigung muss grundsätzlich in der Bundesrepublik Deutschland, auf einem deutschen Schiff oder in einem deutschen Flugzeug eingetreten sein. In dem Fall gilt: Ausländerinnen und Ausländer haben dieselben Ansprüche wie Deutsche.

Wird ein Deutscher im Ausland Opfer einer Gewalttat, kann er ebenfalls Anspruch auf Leistungen nach dem OEG haben. Betroffene können sich außerdem an den Staat wenden, in dem sie geschädigt wurden.

Es ist ratsam, wenn Sie Opfer eines tätlichen Angriffs geworden sind, dass Sie schnellstmöglich Strafanzeige bei der Polizei oder Staatsanwaltschaft erstatten; andernfalls können Ihnen Leistungen nach dem OEG versagt werden. Die Leistungen werden nur auf Antrag gewährt, daher empfehlen wir, den Antrag so schnell wie möglich bei der zuständigen Landesversorgungsbehörde zu stellen.

Um den Umfang Ihres Anspruches festzustellen, können Sie in dem Sinne durch die zuständige Landesbehörde zur Mitwirkung verpflichtet werden, als dass Sie sich einer Begutachtung durch einen medizinischen Sachverständigen unterziehen müssen.

Wir beraten Sie gerne, welche Ansprüche Sie haben, und unterstützen Sie bei der Antragstellung, auch bei Anträgen auf ausländische Entschädigungsleistungen.

Verkehrsunfälle

Leistungen nach dem OEG sind ausgeschlossen bei Schäden aus tätlichen Angriffen, die durch den Gebrauch eines Kraftfahrzeugs oder Kfz-Anhängers verursacht wurden. In dem Fall können Sie einen Antrag an den „Entschädigungsfonds für Schäden aus Kraftfahrzeugunfällen“ stellen.

 

Der Entschädigungsfonds ist erreichbar über den Verein

Verkehrsopferhilfe e. V.

Wilhelmstr. 43/43 G

10117 Berlin

Härteleistungen für Opfer extremistischer Übergriffe

Sind Sie Opfer eines extremistischen Übergriffs geworden, können Sie beim Bundesamt für Justiz in Bonn Soforthilfen beantragen. Auf diese freiwillige Leistung des Staates besteht allerdings kein Rechtsanspruch.

Extremistische Übergriffe sind insbesondere rechtsextrem, fremdenfeindlich, antisemitisch, islamistisch oder linksextrem motivierte Körperverletzungen sowie unter Umständen massive Bedrohungen oder Ehrverletzungen. Sachschäden werden allerdings nicht erstattet.

Entschädigungsleistungen können nur auf Antrag gewährt werden. Gerne händigen wir Ihnen das amtliche Formular zur Antragstellung aus. Dieses ist unterschrieben zu richten an

Bundesamt für Justiz

Referat III 2

53094 Bonn

 

Auch Hinterbliebene und Privatpersonen, die als sogenannte Nothelfer bei der Abwehr eines extremistischen Übergriffs auf Dritte an der Gesundheit geschädigt wurden, sind antragsberechtigt. Die extremistische Motivation des Anschlags muss zumindest mit hoher Wahrscheinlichkeit vorgelegen haben.

Härteleistungen für Opfer terroristischer Straftaten

Wenn Sie Opfer einer terroristischen Straftat geworden sind, können Sie eine Soforthilfe in Form einer einmaligen Kapitalleistung beim Bundesamt für Justiz in Bonn beantragen. Auch auf diese Leistung besteht kein Rechtsanspruch.

Diese Unterstützung kommt bei Taten innerhalb Deutschlands in Betracht, sie kommt aber auch Bürgerinnen und Bürgern zugute, die im Ausland Opfer eines terroristischen Anschlags geworden sind.

Gerne erhalten Sie von uns das Antragsformular und Unterstützung bei der Stellung des Antrags; dieser ist ebenfalls zu richten an:

Bundesamt für Justiz

Referat III 2

53094 Bonn